Ein Mahnmal für die Opfer von Völkermord
Jahrestag des Genozids von Srebrenica: Die Witwen der Opfer klagen an.
Anlässlich des 15. Jahrestages des Genozids von Srebrenica wird am Wochenende vom 10. bis 11. Juli ein Mahnmal für die Opfer in Berlin Halt machen.
In den vergangen zwei Monaten wurden weltweit 16.744 Schuhe gesammelt, um an die 8.372 Opfer zu erinnern. Die Schuhe sollen ab Mai 2011 zu einer „Säule der Schande“ in Beton gegossen werden, die das Kürzel „UN“ ergibt.
Am 10. Juli werden die 16.744 Schuhe auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor aufgestellt. In der Nacht auf Sonntag wird eine Mahnwache die Schuhe bewachen. In den Schuhen sind Nachrichten an die Vereinten Nationen und Westeuropa versteckt – u.a. von 100 bekannten Persönlichkeiten aus Bosnien-Herzegowina.
Am 11. Juli beginnt der offizielle 15. Jahrestag von Srebrenica mit drei Ansprachen von prominenten Politikern um 11 Uhr. Gegen 12 Uhr wird mit einem Gebet aller Opfer gedacht.
Wir laden Journalisten zu dieser Mahn- und Informationsaktion herzlich ein:
- zum Pressegespräch am Freitag, 9. Juli um 11.30 am Pariser Platz mit den Machern.
- am Samstag, den 10. Juli (tagsüber und nachts) können Fotos von dem Berg der
Schuhe gemacht werden.
- 15. Jahrestag des Srebrenica-Massakers am Sonntag, 11. Juli: Ansprachen von
Prominenten und Gebet ab 11.00 Uhr am Pariser Platz, unmittelbar am
Brandenburger Tor.
Hintergrund
Am 11. Juli 2010 jährt sich das Massaker von Srebrenica zum 15. Mal. In die Stadt, die zur UN-Schutzzone erklärt worden war, marschierten 1995 serbische Truppen ein, selektierten Männer und Jungen und ermordeten sie. Die Blauhelme, auf deren Schutz die rund 40.000 unbewaffneten Zivilisten vertraut hatten, sahen dabei nicht nur untätig zu. Sie wiesen auch Tausende von Schutzsuchenden ab, die sich auf den Stützpunkt Potocari flüchten wollten und trieben sie in die Arme ihrer Mörder. Die Ermordeten wurden in Massengräber geworfen. Um Spuren zu verwischen, wurden sie später mit Bulldozern wieder ausgegraben und in Zweit- oder Drittgräbern verscharrt. Von den aus 275 Massengräbern im Drinatal exhumierten Opfern wurden bislang 6.557 identifiziert. Von vielen Ermordeten wurden nur Teile der sterblichen Überreste gefunden. Am 11. Juli 2010 werden in Potocari 731 inzwischen identifizierte Opfer bestattet.
Organisatoren
- Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) ist ein deutscher Thinktank von Menschenrechtlern, der sich für die Ächtung von Völkermorden einsetzt. Leitziel ist ein besseres Bewusstsein für die Schwere der Verbrechen, die unter dem Straftatbestand „Genozid“ begangen werden.
- Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ist in Europa die bedeutendste Menschenrechtsorganisation, die sich für die Rechte von ethnisch und religiös verfolgten Minderheiten einsetzt.
Pressekontakt und weitere Informationen:
Philipp Ruch
philipp@pillarofshame.eu
+49-176 200 45 009
www.pillarofshame.eu