In den Anfängen dieses Blogs habe ich bereits einmal behauptet, dass es Herr G. war, der zur Geburt dieses Blogs beigesteuert hat. Er war nicht wirklich schuld für alles, auch wenn er sich gerne so stilisiert.
Es begann im Mai 2008, als mich Thomas Klingenstein anrief. Thomas ist in der DDR geboren und wurde als Dissident verhaftet und in die BRD verkauft.
Na, so nett war das ganze nicht. Aber bei dieser Geschichte ist es nicht verwunderlich, dass es einige Protokolle über Herrn Klingenstein (korrekt: Herrn Erwin) bei der Staatssicherheit gab. Und eines, welches auch Herrn G. behandelt, wurde im Mai 2008 veröffentlicht. Vermutet wird und wir dürfen das immer noch behaupten, dass dieses von Herrn G. stammt. Er bestreitet - nach einiger verteidigenden Öffentlichkeitsarbeit von uns - diesen Sachverhalt auch gar nicht mehr. Er ist sich nur nicht sicher, an welches der beiden Ämter, Staatssicherheit oder Zentralkomitee, er diese Informationen adressiert hat.
Wie auch immer. Thomas war von heute auf morgen im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Und getreu unserer Informationspflicht, um der vielen Anfragen habhaft zu werden, schrieben wir einen Wikipedia-Artikel. Der hatte zum Thema seine Vita, den aktueller Tatbestand und seine Werke.
Alle fanden diesen Artikel hilfreich und informativ. Bis, ja bis Herr G. seinen Vortrag im Bundestag beendete. Noch an der Mattscheibe klebend hörte ich ein verräterisches Bing von meinem Computer. Ein Löschantrag auf Wikipedia wurde gestellt. Es folgte eine zweiwöchige Löschdiskussion, um den Artikel über Thomas Kingenstein zu erhalten.
Die Einzelheiten dieser Diskussion will ich hier nicht aufgreifen. Sie sind amüsant aber zu weitläufig. Der immer noch bestehende Wikipedia-Artikel beweist, dass eine besonnene Argumentation mehr bringt als spektakuläre Fernsehbilder.
Heute will ich aber meinem damaligen Widersacher aus Pankow und vielleicht Parteigenossen von Herrn G. danken. Dank Ihnen war unser Schlagabtausch zwei Wochen lang mitten im medialen Interesse. Deutschsprachige Journalisten haben regelmäßig reingeschaut, welche neuen Argumente es in diesem Fall gab. Die öffentliche Meinung wurde sehr befruchtet. Ebenfalls wird Thomas Klingenstein - zur Recht - verstärkt als Künstler wahrgenommen. Und mich haben Sie zu diesem Blog veranlasst. Das hat einigen Künstlern zu vielen Ausstellungen verholfen und sie erhielten die Aufmerksamkeit wichtiger Sammler und Plätze in einigen Sammlungen.
Warum ich mich gerade heute bedanke?
Das hat zwei Gründe.
Erstens ist nun endlich der gemeinsame und 100%-unpolitische Katalog von Thomas und mir fertig. Hier kann er runter geladen werden. Bei allen Mitwirkenden bedanke ich mich ganz herzlich für die Unterstützung.
Zweitens sind die Werke von Thomas Klingenstein ab dem 7. Mai 2010 in der gemeinsamen Ausstellung “Doppelrolle” mit dem Berliner Künstler Joachim Elzmann im Kunstraumt27 in der Thomasstraße 27 in Berlin zu sehen. Die Eröffnung ist um 19:30 Uhr. Alle weiteren Daten hier KUNSTRAUMT27
Vielleicht kommen Sie auch zu der Eröffnung im T27 und feiern mit uns.
Gruß
Theo Feig
Ein Kommentar
Jetzt kommentiere ich mich mal selbst:
Der Herr mit dem steifen Hut in Emil und die Detektive nannte sich selbst: Herr Grundeis.
Gruß
Theo Feig